Meine Eierstöcke weinen – Über Zysten, Follikel und PCO-Syndrom
- Janna Celina Generlich

- 15. Mai
- 4 Min. Lesezeit
Schon auf dem Weg durch den Park nach Hause konnte ich die Tränen kaum zurückhalten. „Ich kann nicht mehr“, war alles, was ich denken konnte.
Mein Körper fühlte sich erschöpft an, mein Nervensystem völlig überlastet. Kaum schloss ich die Tür hinter mir, brach ich weinend auf dem Bett zusammen.
Und ich ließ es zu.
Früher hätte ich mich wahrscheinlich zusammengerissen. Hätte mich innerlich dafür verurteilt, dass ich „nichts Produktives“ tue oder mich „nicht so anstellen“ soll.
Heute weiß ich, dass genau das mich noch weiter von mir entfernt hätte.
Also blieb ich liegen und ließ die Tränen durch mich hindurchfließen. Und plötzlich war da dieses innere Wissen:
Meine Eierstöcke weinen.
Und das fühlte sich nicht falsch an. Im Gegenteil. Denn wenn Emotionen ins Fließen kommen, müssen sie nicht länger im Körper festgehalten werden.
Etwas darf sich lösen. Etwas darf heilen.
Ich wandte mich meinen Eierstöcken liebevoll zu, machte sanfte Musik an, hielt die Schmerzpunkte und ließ den Pulsschlag strömen — solange, bis Erleichterung spürbar wurde und langsam wieder Licht auftauchte.
Das ist erst ein paar Tage her. Und wieder durfte ein alter Schmerz gesehen, gefühlt und losgelassen werden.

Wofür stehen die Eierstöcke?
In den Eierstöcke finden wir Vitalität, Regeneration, Kreativität, Charisma und Fruchtbarkeit.
Ist ihre Energie geschwächt oder blockiert, fühlen wir uns oft energielos, erschöpft oder innerlich leer. Gefühle wie Lethargie, Trägheit oder emotionale Überforderung können sich zeigen. Die Folge mangelnder Regenerationsfähigkeit sind Nervenzusammenbrüche.
Sind die Eierstöcke hingegen in Balance, dann fühlen wir uns lebendig, verbunden, strahlend und schöpferisch. Etwas in uns beginnt wieder zu leuchten.
Die Eierstöcke tragen eine zutiefst rezeptive, empfangende Energie. Mit jedem Zyklus erneuert sich etwas. Sie werden daher oft auch mit Schöpferkraft und Kreativität verbunden. Dabei geht es nicht nur um die Geburt eines Kindes. Es geht ebenso um Projekte, Ideen, Visionen oder neue Lebensphasen.
Bevor etwas geboren werden kann, gibt es meist eine Zeit des inneren Reifens. Eine Zeit in der wir mit einer Idee "schwanger sind". Wir tragen einen Gedanken in uns, bewegen ihn, zweifeln vielleicht, prüfen Möglichkeiten.
Und irgendwann treffen wir eine Entscheidung.
Manches bringen wir in die Welt. Anderes lassen wir wieder los.
Auch darin zeigt sich der Zyklus.
Bei Beschwerden oder Unregelmäßigkeiten kann es deshalb hilfreich sein, sich zu fragen:
Welche Ideen oder Lebensentwürfe halte ich innerlich noch fest?
Was durfte vielleicht nie wirklich zu Ende gefühlt oder losgelassen werden?
Zysten, Follikel und PCOS
Das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCO/PCOS) gehört zu den häufigsten hormonellen Veränderungen bei Frauen im gebärfähigen Alter. Häufig gehen damit Zyklusunregelmäßigkeiten, viele kleine Follikel an den Eierstöcken, hormonelle Veränderungen oder ein unerfüllter Kinderwunsch einher.
Bei PCO befinden sich mehrere unreife Eifollikel in den Eierstöcken. In einem gesunden Zyklus reift normalerweise ein Follikel heran, bis schließlich der Eisprung stattfindet.
Energetisch deuten zystische Prozesse auf etwas hin, dass wir im innerem Festhalten.
Etwas bleibt gebunden. Etwas kommt nicht vollständig in Bewegung.
Alte Emotionen — beispielsweise Angst, Trauer oder tiefe Unsicherheit — können sich im Körper festsetzen und den natürlichen Energiefluss beeinträchtigen. Kreativität, Lebendigkeit und die Fähigkeit, Neues entstehen zu lassen, fühlen sich dadurch manchmal blockiert an.
Im übertragenen Sinne kann sich das ähnlich anfühlen wie ein „nicht stattfindender Eisprung“: Etwas in uns möchte geboren werden, kommt aber nicht vollständig durch.
Manche Frauen reagieren darauf mit einem starken inneren Funktionieren oder Kontrollieren und verlieren die Verbindung zur weiblichen Kraft. Wir gehen in die aktive männliche Energie und unterdrücken die weibliche Seite in uns. So entsteht ein Ungleichgewicht zwischen männlicher und weiblicher Energie in uns. Es kann sein, dass wir etwas wie eine schützende, eher männlich geprägte Hülle um das empfindsame Innere legen.
Es erinnert mich an einen Film, den ich vor kurzem sah, der vor etwa 400 Jahren spielte. Die Frauen verkleideten sich als Männer, um in den Kampf für die Freiheit zu ziehen. Sie mussten ihre Fähigkeiten, ihre weiblichen Kräfte verstecken und versuchten die besseren Männer zu werden. "Als Frau seinen Mann stehen" - ist ein Ausdruck, der diese Energie gut beschreibt.
Es geht nicht darum, männliche Energie abzulehnen. Sondern darum, beide Kräfte wieder in Balance zu bringen: die aktive und die empfangende, die strukturierende und die fühlende Seite. Wir tragen alle beides in uns. Und beides wird hier auf der Erde gebraucht.
Heilung beginnt oft dort, wo Gefühle wieder fließen dürfen.
Vielleicht helfen dabei Fragen wie:
Welche Emotionen wollen gefühlt werden?
Was halte ich schon lange in mir fest?
Was darf sich endlich lösen?
Manchmal begegnen uns dabei auch Emotionen, die sich gar nicht nach uns selbst anfühlen — etwa übernommene Traurigkeit, familiäre Themen oder unerfüllte Sehnsüchte früherer Generationen. Oft spüren wir intuitiv, was wirklich zu uns gehört und was nicht mehr länger getragen werden muss.
Tibetan Pulsing für die Eierstöcke
Meine allererste Tibetan-Pulsing-Session bekam ich für die Eierstöcken, aufgrund dessen, was sich dort körperlich bereits manifestiert hatte: PCOS. Und es folgten weitere.
Die Arbeit zu den Eierstöcken empfand ich jedes Mal als intensiv und tiefgehend. Ich spürte, wie viel Spannung und emotionale Ladung dort gespeichert war.
Auf emotionaler Ebene begegnete mir ein tiefer Schmerz — verbunden mit der Angst, nicht das zu bekommen, was ich brauche. Es fühlte sich sehr alt an. Pränatal.
Mit jeder Session konnten sich Emotionen lösen und mein Nervensystem begann sich Stück für Stück zu entladen.
Danach erlebte ich in meinem Zyklus immer wieder intuitive Momente wie:
„Oh, da platzt gerade ein Bläschen.“
Ob es körperlich tatsächlich genauso war, kann ich nicht beweisen. Doch was wesentlicher war: mein Vertrauen in die Regenerationsfähigkeit meines Körpers begann zurückzukehren.
Meine Menstruationsbeschwerden wurden mit der Zeit deutlich weniger. Und ich konnte meine weibliche Kraft wieder stärker wahrnehmen — besonders diese weiche, empfangende, rezeptive Seite in mir.
In der Arbeit mit Tibetan Pulsing entsteht durch die Verbindung mit dem Pulsschlag ein „kühles Feuer“. Ein Feuer, das nicht zerstört, sondern löst, reguliert und Raum für Regeneration schafft.
Manchmal beginnt Heilung nicht damit, etwas „wegzumachen“. Sondern damit, wieder zuzuhören.
Dem Körper.
Den Emotionen.
Den Anteilen in uns, die so lange still geworden sind.
Vielleicht tragen auch deine Eierstöcke Geschichten, Spannungen oder ungeweinte Tränen in sich. Und vielleicht ist jetzt der Moment, in dem sich etwas lösen darf.
Wenn du dir dabei Unterstützung wünschst, begleite ich dich gerne mit Körperarbeit, Präsenz und einem Raum, in dem alles da sein darf, was gefühlt werden möchte.


